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Förderung international herausragender Forscherpersönlichkeiten

Das University of Bayreuth Centre of International Excellence „Alexander von Humboldt“ – kurz: Bayreuth Humboldt Centre – hat die ersten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgewählt, die – abhängig von der Pandemieentwicklung - für Forschungsaufenthalte nach Bayreuth kommen. „Die weltweite Coronakrise mit ihren Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche zeigt, wie wichtig es ist, internationale und fächerübergreifende Forschungskooperationen noch intensiver voranzutreiben. An der Universität Bayreuth freuen wir uns sehr darüber, die ersten exzellenten Preisträgerinnen und Preisträger auf unserem Campus willkommen zu heißen. Die geplanten Forschungsvorhaben versprechen hochinteressante Beiträge zu Themen, die bereits heute erfolgreich und international sichtbar an der Universität Bayreuth verankert sind“, erklärt Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible.

Mit dem Bayreuth Humboldt Centre wird die Universität Bayreuth international herausragende Forscherpersönlichkeiten fördern und den wissenschaftlichen Austausch über Disziplinen und kulturelle Grenzen hinweg weiter stärken. Mit diesem Ziel, die internationale Vernetzung auf dem Bayreuther Campus auszubauen und zu intensivieren, hat das Bayreuth Humboldt Centre drei Förderlinien etabliert, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) großzügig finanziert werden. Für ihre mehrmonatigen Forschungsaufenthalte in Bayreuth erhalten Senior Fellows ein Preisgeld von 50.000 Euro, Junior Fellows ein Preisgeld von 30.000 Euro. Des Weiteren werden Reisestipendien für kürzere Forschungsaufenthalte vergeben und Strategische Wissenschaftliche Workshops auf dem Campus der Universität Bayreuth gefördert.

External Advisory Board

Der Externe Beirat im Uhrzeigersinn: Prof. Dr. Arndt Bode Professor (em.), Präsident der Bayerischen Forschungsstiftung; Dr. Christian Bode, ehem. Generalsekretär des DAAD; Prof. Dr. Olav Gjelsvik, Universität Oslo; Dr. Michael Sander, ETH Zürich; Prof. Dr. Natalie Stingelin, Georgia Institute of Technology; Prof. Dr. Richard Cogdell FRS, University of Glasgow; Mitte: Prof. Dr. Julika Griem; Kulturwissenschaftliches Institut (KWI), Essen und Vizepräsidentin DFG

Die Auswahl der ersten insgesamt sechs Senior und Junior Fellowships traf ein External Advisory Board, das mit renommierten Fachleuten aus dem In- und Ausland besetzt ist. Alle Beteiligten zeigten sich beeindruckt von der außerordentlich hohen Qualität der eingegangenen Anträge, so dass die Entscheidungen entsprechend schwerfielen. „Die ausgezeichneten Fellows bilden mit den Forschungskooperationen die fachliche Breite in Bayreuth ab, und die Universität beweist bereits in der ersten Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger ihre Attraktivität für exzellente internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, so Prof. Dr. Julika Griem, Direktorin des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und Vizepräsidentin der DFG, die Mitglied des Auswahlgremiums ist. Unterstützt wird das Board von unabhängigen deutschen und internationalen Fachgutachterinnen und Fachgutachtern, die die Anträge in einem eigens etablierten peer review-Prozess evaluieren.

Neue Senior und Junior Fellows der Universität Bayreuth

Die neuen Fellows: oben v.l. Prof. Sarah Colvin, University of Cambridge, Großbritannien; Dr. Celia Rodríguez Domínguez (Junior Fellowship), IRNAS-CSIC, Sevilla, Spanien; Dr. Vincent Merckx, Naturalis Biodiversity Center, Leiden, Niederlande; unten v.l. Dr. Yannig Luthra (Junior Fellowship), University of Essex, Großbritannien; Dr. Heikki Takala, Universität Helsinki, Finnland; Prof. Philip Smith, Yale University, New Haven, USA 

  • Prof. Sarah Colvin, Schröder-Professorin an der University of Cambridge, Großbritannien, wird in Bayreuth gemeinsam mit PD Dr. Kyung-Ho Cha, Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, das Projekt „Towards a Politics of Fiction“ bearbeiten (Senior Fellowship).

„Die sechs Preisträgerinnen und Preisträger zeigen mit ihren Projekten eindrücklich, wie echte internationale Forschungszusammenarbeit aussehen kann. Wir sind gespannt, wie sich die Projekte entwickeln, und freuen uns auf neue und auch gefestigte Verbindungen zu den Heimatuniversitäten und internationalen Forschungseinrichtungen“, so Prof. Dr. Anna Köhler, Leitende Gründungsdirektorin des Bayreuth Humboldt Centre und Lehrstuhlinhaberin für Optoelektronik weicher Materie an der Universität Bayreuth.

Prof. Dr. Sarah Colvin von der University of Cambridge ist eine der ersten Senior Fellows und gespannt auf die Forschungskooperation mit ihrem Host, PD Dr. Kyung-Ho Cha: „Herr Cha und ich bereiten unsere Zusammenarbeit bereits vor, per E-Mail und Videokonferenz. Wegen der globalen Situation wird ein Teil der internationalen Zusammenarbeit online stattfinden, und auch das ist ein spannender Lernprozess – wir informieren uns über die sich schnell entwickelnde Best Practice und freuen uns auf den Austausch. Dabei freue ich mich natürlich ganz besonders darauf, den Campus sowie die Kolleginnen und Kollegen persönlich kennenzulernen.“ Die Junior Fellow Dr. Celia Rodríguez Domínguez aus Sevilla konnte bereits im September den ersten Teil ihres Forschungsaufenthalts an der UBT absolvieren. Mit dem Habilitanden Dr. Mutez Ahmed hat sie wichtige Vorarbeiten für ein anschließendes Experiment am Elektronen-Synchrotron SOLEIL in Paris geleistet – „ohne die großzügige Förderung des Bayreuth Humboldt Centre hätten wir die Kooperation mit Celia als Expertin für Pflanzenhydraulik nicht durchführen können,“ so Dr. Ahmed.

Short Term Grants

Für die zweite Programmlinie, die Short Term Grants (Reisestipendien), wurden – nach den ersten zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten im Januar – weitere fünf internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgewählt. Die Grantees, unter anderem aus Kanada, Indien und Kolumbien, werden – je nach Pandemielage - zwischen einer und drei Wochen an der Universität Bayreuth verbringen, um an Konferenzen teilzunehmen oder gemeinsame Publikationen und Projekte zu planen.

  • Dr. Aleksandra Drizo, Chief Scientific Officer bei NPower Clean Tech, Bedford, Kanada, mit Gastgeber Prof. Dr. Stefan Peiffer, Professor für Hydrologie und Direktor des Bayreuther Zentrums für Ökologie und Umweltforschung

  • Dr. Eranezhuth Wasan Awin, Post-Doktorand am Indian Institute of Technology, Madras, Indien, mit den Gastgebern PD Dr. Günter Motz, Leiter der Arbeitsgruppe „Precursorkeramik“ am Lehrstuhl Keramische Werkstoffe, und Prof. Dr. Rhett Kempe, Lehrstuhl Anorganische Chemie II

  • Dr. María Josefina Irurzun, Post-Doktorandin am National Scientific and Technical Research Council der Universidad Nacional del Centro de la Provincia de Buenos Aires, Argentinien, mit Gastgeberin Prof. Dr. Kordula Knaus, Professur Musikwissenschaft

  • Dr. Felipe Reinoso Carvalho, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Marketing der Universidad de los Andes, Bogotá, Kolumbien, mit Gastgeber Prof. Dr. Claas Christian Germelmann, Lehrstuhl Marketing und Konsumentenverhalten

  • Dr. Maxim Vlasov, Forscher am Institute of High Temperature Electrochemistry of the Ural Branch of Russian Academy of Sciences und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ural Federal University, Jekaterinburg, Russland, mit Gastgeberin Prof. Dr. Mirijam Zobel, Lehrstuhl Festkörperchemie – Mesostrukturierte Materialien (AC)

Strategic Scientific Workshops

Im Rahmen der dritten Förderlinie Strategic Scientific Workshops fördert das Bayreuth Humboldt Centre schließlich die erste Veranstaltung, den Workshop „Embodied Futurities“ von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ernst (Theaterwissenschaften) mit Prof. Dr. Paulina Aroch Fugellie von der Universidad Autónoma Metropolitana in Mexiko-Stadt.

„Auch wenn sich durch den Klimawandel, die Covid-19-Pandemie und natürlich die Digitalisierung die globale Mobilität ändert, bleibt sie doch eine wichtige Voraussetzung für den wissenschaftlichen Austausch. Der persönliche Kontakt schafft Vertrauen und stärkt unsere internationalen Netzwerke nachhaltig“, erläutert Dr. Mirjam Horn-Schott, Geschäftsführerin des Bayreuth Humboldt Centre. „Wenn die Umstände es zulassen, kommen unsere Fellows und Grantees nach Bayreuth, viele bereiten die Aufenthalte mit ihren Hosts bereits aus der Distanz vor und freuen sich auf echte, produktive Begegnungen auf unserem Campus.“ Ziel ist, die exzellenten Forscherpersönlichkeiten dann auch mit anderen internationalen Gästen an der Universität und der breiten Öffentlichkeit zu vernetzen.

Calls for Application ab Januar

In diesem Jahr werden noch zwei Auswahlprozesse zu den Förderlinien Fellowships und Short Term Grants vorbereitet, im Januar folgt bereits der nächste Call for Applications für die Workshops. Die Geschäftsstelle des Bayreuth Humboldt Centre berät Antragstellerinnen und Antragssteller umfassend in der Vorbereitung und Planung. Eine Übersicht der bislang 22 geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weitere Details zu den Forschungskooperationen gibt es auf der Website des Bayreuth Humboldt Centre.

Geschäftsführerin University of Bayreuth Centre of International Excellence „Alexander von Humboldt“ Mirjam Horn-Schott

Dr. Mirjam Horn-Schott

Forschungsreferentin in der Forschungsförderung; Wissenschaftskommunikation

Telefon: +49 (0) 921 / 55-7786
E-Mail: mirjam.horn-schott@uni-bayreuth.de

Webmaster: Team UBTaktuell