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Gregor Müller hat in Bayreuth Gesundheitsökonomie studiert. Heute ist er Geschäftsführer der Thieme RECOM.

Studium mit Zielstrebigkeit – und Bayreuther Prägung

Von 2006 bis 2011 studierte Müller Gesundheitsökonomie –als einer der ersten Bachelor‑ und Masterstudierenden nach der Umstellung vom Diplom. Schon während des Bachelorstudiums sammelte er praktische Erfahrung durch ein Praktikum und war später parallel zum Masterstudium als Junior Consultant bei Porsche Consulting im Bereich Healthcare tätig. „Ich war nur in den ersten vier Semestern wirklich dauerhaft in Bayreuth“, erzählt er. „Im Master kam ich nur noch zu den Prüfungen.“ Dennoch habe ihn die Bayreuther Zeit fachlich wie persönlich geprägt.

Besonders die solide Wissensbasis aus Bayreuth habe ihm den Berufseinstieg erleichtert: „Die funktionalen und regulatorischen Grundlagen des Gesundheitswesens, die Abrechnungslogiken, die betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekte – das war ein echtes Pfund. Bayreuth vermittelt ein außergewöhnlich hohes Level an quantitativer Kernkompetenz.“

Den während des Studiums gesetzten Grundstein führte er nach dem Masterabschluss bei Porsche Consulting fort. Weitere Stationen in der Gesundheitswirtschaft und mehrere Gründungen in unterschiedlichen Branchen kamen hinzu. Seit dem 1. November 2025 ist Müller Geschäftsführer der Thieme RECOM, einer hundertprozentigen Tochter der Thieme‑Gruppe mit Sitz in Kassel. Das Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeitende und steuert auf einen Jahresumsatz von rund zehn Millionen Euro zu. RECOM arbeitet auf zwei zentralen Feldern: Pflegeklassifikation und Terminologie, die Pflegeprozesse standardisiert abbildet und als Grundlage für Qualitätsindikatoren sowie Personalbedarfsberechnungen (PpUG/PPR) dient; und eine Softwarelösung, die diese Terminologie in den Arbeitsalltag von Pflegeeinrichtungen integriert – in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Zusätzlich lizenziert RECOM die Terminologie an Drittanbieter, KI‑Systeme und Softwarehersteller im In‑ und Ausland.

Wie KI die Pflege verändert

Mit dem Einstieg in die Geschäftsführung übernimmt Müller Verantwortung in einem Bereich, der sich rasant weiterentwickelt. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. „Die Frage ist: Wie verändert KI Prozesse? Wie verändert sie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine? Wie kann KI dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzumildern und den Arbeitsaufwand zu reduzieren?“ Wichtig ist ihm, dass KI-Anwender befähigt werden, ohne dabei Ängste zu schüren. Deshalb darf die KI kein Medizinprodukt werden, das ohne menschliche Kontrolle funktioniert. Der Mensch bleibt weiterhin verantwortlich – the human in the loop. Pflegekräfte müssen die Vorschläge der KI bestätigen, auch im Hinblick auf Haftungsfragen.

Gleichzeitig sieht Müller enormes Potenzial. Studien zeigen, dass Sprechen siebenmal schneller ist als Tippen. Dokumentation frisst heute einen Großteil der Arbeitszeit. „Wir haben früher Wertstromanalysen gemacht. Der Wertschöpfungsanteil einer Pflegekraft liegt oft bei nur 15 Prozent. Der Rest ist notwendige, aber nicht wertschöpfende Tätigkeit.“

Genau hier setzt RECOM an: Entbürokratisierung, intelligente Dokumentation, bessere Vorhersagen, effizientere Prozesse. „Wenn wir es schaffen, Pflegekräfte von Dokumentationslast zu befreien, gewinnen wir Zeit für das Wesentliche: die Arbeit am Menschen“, sagt Müller.

Ein Blick nach vorn – und zurück nach Bayreuth

Das Netzwerk aus seiner Studienzeit trägt bis heute. „Wir waren damals eine enge Gruppe, haben zusammen in WGs gewohnt. Viele dieser Kontakte bestehen bis heute – und man trifft immer wieder Bayreuther in der Branche. Das verbindet sofort.“ Bayreuth habe er nie aus den Augen verloren: „Es wäre schön, wenn das Alumni‑Netzwerk noch stärker wird. Trotz LinkedIn verliert man sich schnell aus den Augen.“

Für die Universität zeigt Müllers Weg, wie vielfältig Karrieren in der Gesundheitsökonomie verlaufen können – und wie nachhaltig die Bayreuther Ausbildung in die Gesellschaft wirkt.

Mann mit Brille

Gert-Dieter Meier

Wissenschaftskommunikation Universität Bayreuth

Tel. +49 921 55 5356
E-Mail: gert-dieter.meier@uni-bayreuth.de

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