Neue Energie für die Batterieforschung in Deutschland
Beim Batterieforum Deutschland 2026 präsentierte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Batterieforschung als zentralen Baustein seiner neuen Hightech Agenda Deutschland. Das Bayerische Batteriezentrum (BayBatt) war prominent vertreten – und sieht für den Forschungsstandort Deutschland deutliche Aufbruchssignale.
Vom 20. bis 22. Januar fand in Berlin das 14. Batterieforum Deutschland statt – eine der wichtigsten Plattformen für Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette elektrochemischer Energiespeicher. Die Veranstaltung wird vom Batterieverbund KLiB e. V. mit Unterstützung des BMFTR ausgerichtet. Für das Bayrische Batteriezentrum (BayBatt) nahm dessen Direktor, Prof. Dr.-Ing. Michael Danzer, teil. Danzer wurde im vergangenen Jahr in den Beirat Batterieforschung des Ministeriums berufen, der das BMFTR unabhängig zu strategischen Fragen der Batterieforschung berät und 67 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Wissenschaft vereint. Für Danzer ist die Berufung ein „Zeichen der Wertschätzung und bundesweiten Wahrnehmung der Arbeit des BayBatt“ und eine Chance, die Vernetzung des Instituts weiter voranzutreiben.
Nur Tage vor Beginn des Forums veröffentlichte das BMFTR sein neues Konzept für Batterie-Kompetenzcluster ab 2026, das auf der Hightech Agenda Deutschland basiert. Diese setzt verstärkt auf strategische Schlüsseltechnologien wie klimaneutrale Energieerzeugung und nachhaltige Mobilität. Herzstück ist eine klare Zielsetzung: der Aufbau einer wettbewerbsfähigen, souveränen Batterieproduktion in Deutschland bis 2035. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sollen Forschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung noch enger miteinander verzahnt werden. Ein Roadmap-Prozess wird dazu als offenes Beteiligungsformat eingeführt, um Bedarfe und Innovationspfade gemeinsam zu definieren und flexibel weiterzuentwickeln.
Mit der Förderrichtlinie „Clusters Go Industry“ werden die bisherigen Kompetenzcluster modernisiert und erweitert. Neue Cluster sollen Kompetenzlücken schließen und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Industrie beschleunigen. Besonders im Fokus stehen Batteriematerialien, Produktionstechnologien, Festkörperbatterien sowie Batterierecycling und Kreislaufwirtschaft. Bereits Ende des Jahres könnten erste neue Projekte starten. Für das BayBatt bedeutet dies eine wichtige Chance. „Nach der langen förderpolitischen Durststrecke freuen wir uns sehr über die Clusterausschreibungen“, betont Danzer. „Unser Ziel ist, dass Forschende des BayBatt in allen Clustern stark vertreten sind.“
Ein deutliches politisches Signal setzte zudem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, die auf dem Forum Mittel in Höhe von 227 Millionen Euro für die Batterieforschung im aktuellen Etat ankündigte – ein Niveau wie vor der jüngsten Förderdelle. Für die kommenden Jahre wurde sogar ein weiterer Aufwuchs in Aussicht gestellt. Die Stimmung in Berlin fasst Danzer so zusammen: „Dieses Jahr war eine Aufbruchstimmung spürbar. Die Batterieforschung ist klar in eine technologieorientierte Roadmap eingebettet und eng an das Ziel der industriellen Umsetzung in Deutschland geknüpft.“

Jennifer Opel
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