In Franken, einer der sieben Pilotregionen, arbeitet die Universität Bayreuth mit regionalen Akteurinnen und Akteuren aus Weinbau, Forschung und Praxis zusammen, um die Herausforderungen des Weinbaus im Klimawandel besser zu verstehen und praxisnahe Anpassungsstrategien zu identifizieren. Die Aktivitäten werden im Rahmen des RESPOnD Living Lab Franken organisiert, eines partizipativen Formats, das Winzerinnen und Winzer, Weinexpertinnen und -experten, Forschende und weitere Interessengruppen zusammenbringt.
Im Mai 2026 fand ein Projektworkshop statt, der die Teilnehmenden zu den Versuchsfeldern der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Thüngersheim führte. Dort wurden praktische Strategien zur Klimaanpassung und Förderung der Biodiversität direkt im Feld vorgestellt. Dazu gehörten trockenheitstolerante Unterlagen, Begrünungs- und Bodenmanagement, spätreifende Rebsorten oder andere Strategien zur Verzögerung der Reife, Umveredelung, alternative Kulturen wie Trüffel, Mandeln und Oliven sowie Biodiversitätsmaßnahmen wie Blühstreifen und Steinstrukturen. Die Exkursion zeigte, dass Klimaanpassung im Weinbau keine einzelne Lösung ist, sondern eine standortspezifische Kombination aus Boden-, Wasser-, Pflanzen- und Biodiversitätsmanagement.
Fränkischer Weinbau und ökosystembasierte Anpassungsstrategien
Bereits im Vorfeld fanden zwei weitere Workshops statt: Der erste Workshop im Juni 2025 konzentrierte sich darauf zu verstehen, was den fränkischen Weinbau einzigartig und schützenswert macht. Die Teilnehmenden hoben die Bedeutung der Steillagenweinberge entlang des Mains, die kulturelle Identität der Weinlandschaft, die Rolle des Silvaners sowie den Beitrag der Weinlandschaft zu Tourismus, Biodiversität und regionalem Erbe hervor. Gleichzeitig wurde der Klimawandel als große Bedrohung identifiziert, insbesondere durch Dürre, veränderte Niederschlagsmuster, Hitzestress, Starkregen, Spätfrost und invasive Arten.