
Stipendiatinnentreffen in Bayreuth bringt Wissenschaftlerinnen zusammen
Wie sieht der Berufsweg nach der Promotion aus? Welche Herausforderungen und Chancen begegnen Frauen/FLINTA in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft? Und wie können starke Netzwerke dabei helfen, den eigenen Weg zu gehen? Wie können Geschlechteraspekte Forschungsperspektiven stärken? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen aus ganz Bayern beim Stipendiatinnentreffen an der Universität Bayreuth.
Für einen Tag wurde das Iwalewahaus der Universität Bayreuth zum Treffpunkt engagierter Frauen/FLINTA unterschiedlichster Fachrichtungen und Generationen. Die Universität Bayreuth war im Juli 2026 Gastgeberin des jährlichen bayernweiten Netzwerktreffens für aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen/FLINTA des Bayerischen Programms zur Realisierung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre. Beim diesem Netzwerktreffen kooperierte die Servicestelle Chancengleichheit der Universität Bayreuth mit dem BMFTR-Projekt GO Forschung (Gender – Offensive – Forschung) und der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (LaKoF).
Aktuelle und ehemaligen Stipendiatinnen aus ganz Bayern kamen ins Iwalewahaus, berichteten von ihren beruflichen Erfahrungen und gingen in den Austausch miteinander. Die Teilnehmerinnen reisten aus dem In- und Ausland an – mit vielfältigen Perspektiven, spannenden Lebenswegen und der gemeinsamen Freude am persönlichen Austausch. Begrüßt wurden sie von Miriam Bauch, der Leiterin der Servicestelle Chancengleichheit, Prof Dr. Heike Feldhaar, der Frauenbeauftragte der Universität Bayreuth, und Prof. Dr. Helga Stopper, der Sprecherin der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten.
Daran anschließend diskutierte Miriam Bauch mit drei Wissenschaftlerinnen über ihre Karrierewege: Dr. Ines Kawgan-Kagan, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kulturgeographie, Prof. Dr. Johanna Pausch, Inhaberin der Professur für Agrarökologie (beide Universität Bayreuth) und Dr. Alžběta Šváblová, freiberufliche Wissenschaftlerin, Schreibberaterin und Dozentin für Themen rund um wissenschaftliches Schreiben. Die erfahrenen Wissenschaftlerinnen gaben Einblicke in ihre Karrierewege und berichteten von prägenden Erfahrungen, Wendepunkten und diskutierten den Einfluss von Geschlecht im Wissenschaftsbetrieb. Die Fragen von aktuellen Stipendiatinnen brachten neue Perspektiven, Fragen und Anregungen ein. So entstand ein offener Dialog, der Mut machte, Orientierung bot und zeigte, wie wertvoll ein starkes Netzwerk über die Zeit hinweg sein kann.
Ein besonderer Programmpunkt war außerdem der Impulsvortrag von PD Dr. Elena Köstner, Servicestelle für Chancengleichheit an der Universität Bayreuth, zum Thema „Gender Matters – in Vergangenheit und Zukunft. Geschlechteraspekte in Forschungsvorhaben als Karrierebooster und Exzellenzkriterium“. Der Beitrag zeigte eindrucksvoll auf, dass die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten in Forschung längst weit mehr ist als ein Randthema: Sie trägt dazu bei, Forschung qualitativ zu verbessern, innovative Fragestellungen zu entwickeln und gesellschaftlich relevante Lösungen zu schaffen. Gleichzeitig gewinnen Geschlechteraspekte bei der Einwerbung von Drittmitteln und in der Bewertung wissenschaftlicher Exzellenz zunehmend an Bedeutung. Der Vortrag regte zu einer lebhaften Diskussion an und konnte im Anschluss in Kleingruppen fortgesetzt werden. Es bot sich die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung sowie zum gemeinsamen Denken an verschiedenen Thementischen, so zu Wissenschaftskommunikation (Dr. Mirjam Horn-Schott), Drittmittelakquise und Geschlechterrelevanzprüfung (Dr. Annette Götz), die Integration von Geschlechteraspekten in bestehende Forschungsvorhaben (PD Dr. Elena Köstner) sowie zu verschiedenen Karrierewegen in der Wissenschaft (Dr. Jane Ayeko-Kümmeth).
Der Austausch in den Arbeitsgruppen machte deutlich, dass eine differenzierte Perspektive auf Geschlechteraspekte nicht nur wissenschaftlichen Mehrwert schafft, sondern auch neue Chancen für die eigene akademische Laufbahn eröffnen kann.
Feiern konnten wir in diesem Jahr unter anderem, dass die ehemalige Stipendiatin und Sozial- und Kulturanthropologin Dr. Valerie Nur der Universität Bayreuth auf den diesjährigen Feldarbeitstagen an der Technischen Universität Dortmund mit dem Forschungspreis Ethnographie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ausgezeichnet wurde. Unter Einbezug von Geschlechteraspekten in die Forschung untersuchte Valerie Nur die Arbeit der Tamasheq Handwerker*innen im Niger als Familienpraxis.
Am Ende des Tages nahmen die Teilnehmerinnen nicht nur neue fachliche Impulse mit nach Hause, sondern auch zahlreiche inspirierende Begegnungen und das gute Gefühl, Teil eines starken bayernweiten Netzwerks zu sein. Das Stipendiatinnentreffen an der Universität Bayreuth zeigte eindrucksvoll, wie lebendig, vielfältig und zukunftsorientiert diese Gemeinschaft ist.



Miriam Bauch
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30 / B 8
95447 Bayreuth
0921 / 55-2218
E-Mail: miriam.bauch@uni-bayreuth.de
https://www.frauenbeauftragte.uni-bayreuth.de

Theresa Hübner
Universität Bayreuth
Tel.: +49 (0) 921 / 55 - 5357
Mail: theresa.huebner@uni-bayreuth.de
