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Dr. Perseverence Madhuku der Uni Bayreuth bei der Preisverleihung des VAD Nachwuchspreises 2026

Dr. Perseverence Madhuku ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte Afrikas der Universität Bayreuth, wo sie auch ihre Doktorarbeit schrieb. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Joel Glasman und Prof. Dr. Ulrike Beisel im Rahmen der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS). Madhuku stammt selbst aus Zimbabwe und erlangte dort den Bachelor in Geschichte an der University of Zimbabwe, anschließend den Master in Afrikanischer Geschichte. Im Jahr 2020 wurde sie ins DAAD Graduate School Scholarship Programme aufgenommen und kam für ihre Promotion nach Bayreuth.

In ihrer nun ausgezeichneten Doktorarbeit „Bodily Matters: Smallpox Vaccination and the Politics of Public Health in Zimbabwe, 1890 to 2022“ beleuchtet sie die Pockenimpfung ab dem späten 19. Jahrhundert in Zimbabwe. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die medizinische Wirksamkeit, sondern die Frage, die Impfkampagnen von afrikanischen Gemeinschaften erlebt wurden und wie die Vorstellungen von Körper, Gesundheit und politischer Macht diese Erfahrungen geprägt haben.

Auf Grundlage von Archivquellen, Zeitzeugeninterviews und einem ungewöhnlichen Forschungsansatz, der auch Impfnarben als historische Quellen einbezieht, zeigt Madhuku, dass Impfungen weit mehr waren als Maßnahmen zur Krankheitsprävention. In der Geschichte Zimbabwes waren sie eng mit Fragen von Herrschaft, Zugehörigkeit, Mobilität und gesellschaftlicher Erinnerung verknüpft. Eine zentrale Erkenntnis der Arbeit ist der menschliche Körper, der selbst als Archiv verstanden werden kann. Die Narben früherer Impfungen bewahren Erfahrungen von Gesundheitskampagnen, Migration, staatlicher Kontrolle und alltäglichen Begegnungen mit Behörden, die in schriftlichen Quellen oft unsichtbar bleiben. Damit eröffnet die Dissertation zugleich neue Perspektiven für die Afrikaforschung: Sie zeigt, wie materielle und körperliche Spuren dazu beitragen, afrikanische Erfahrungen und Wissensbestände stärker in den Mittelpunkt historischer Forschung zu rücken. Durch ein besseres Verständnis dieser Spuren der Vergangenheit können bislang übersehene Geschichten sichtbar gemacht werden.

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Theresa Hübner

Stellv. Pressesprecherin

Universität Bayreuth
Tel.: +49 (0) 921 / 55 - 5357
Mail: theresa.huebner@uni-bayreuth.de

Webmaster: Team UBTaktuell