1947 kehrte er für das Entnazifizierungsverfahren gegen Winifred Wagner nach Bayreuth zurück. Als Prozessbeobachter bewertete er ihr Verhalten als naiv und verwies zugleich auf die Verführbarkeit vieler Zeitgenossen. Seine Aufzeichnungen aus jenen Maitagen zeigen bereits die ambivalente Haltung eines unbelasteten Verfolgten, der sich zugleich als Teil der deutschen Gesellschaft verstand.
Seine kurze Rückkehr fiel mit der Initiative des Oberbürgermeisters Oscar Meier zusammen, Emigrierte für den Wiederaufbau des Bayreuther Kulturlebens zu gewinnen. Würzburger gehörte zu den wenigen, die tatsächlich antworteten. 1948 wurde eigens für ihn das Amt des Kulturamtsleiters geschaffen, das er bis 1952 innehatte. In diese Zeit fiel auch die Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele.
Bei den Planungen forcierte insbesondere Würzburger die Übernahme der Festspielleitung durch Wieland und Wolfgang Wagner. Er aktivierte seine Vorkriegskontakte in die Rundfunkwelt und sicherte Neu‑Bayreuth wichtige Einnahmen durch Übertragungsrechte beim Westdeutschen Rundfunk – eine zentrale finanzielle Grundlage. Dem Widerstand des Bayerischen Kultusministeriums begegnete er mit der Autorität des unbelasteten Rückkehrers, der um die historische Bürde genauso wusste wie um die Zukunftschancen, die das besondere Werk Richard Wagners in seinen Augen bereithielt.
Würzburger bezeichnete Bayreuth einmal als „Gaststadt für Wagners weltweites Werk“. Dieser Perspektivwechsel wirkt bis heute modern: Der Erfolg der Festspiele hängt vom Publikum ab, nicht allein von Tradition oder Anspruch. Es ist ein Ausdruck von Demut gegenüber Geschichte und Zuhörer, Werk und Ort.
Dass die Welt Neu‑Bayreuth schließlich annahm, dürfte Würzburger mit Genugtuung gesehen haben. Seinen Lebensabend verbrachte er als Religionspädagoge und Schriftsteller in Hausen am Albis, wo er 1978 starb. Seine letzte Ruhe fand er in Bayreuth.