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Nobelpreisträger Prof. Hegemann

(v.l.n.r.) Dr. Marga Schüler, Prof. Dirk Schüler, Prof. Oliver Bäumchen, Prof. Matthias Ullmann, Prof. Birte Höcker, Nobelpreisträger Prof. Peter Hegemann und Prof. Andreas Möglich

An der Universität Bayreuth wird die Auszeichnung mit besonderer Freude aufgenommen: Professor Andreas Möglich von der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften kennt den Nobelpreisträger seit vielen Jahren. Bereits während seines Studiums an der Universität Regensburg war Peter Hegemann sein Professor. Später arbeiteten beide als Kollegen in Berlin zusammen, zuletzt im Jahr 2016. Seit seinem Wechsel nach Bayreuth im Jahr 2015 pflegt Möglich weiterhin den wissenschaftlichen Austausch mit Hegemann, der erst im vergangenen Sommersemester auf Einladung der Universität Bayreuth einen Vortrag hielt.

Eine weitere langjährige Verbindung zur Universität Bayreuth existiert in die Physik mit dem Lehrstuhl für Experimentalphysik V von Professor Oliver Bäumchen. Das Team von Oliver Bäumchen arbeitet auch aktuell mit Professor Hegemann zusammen intensiv an der Frage, wie die Zilien der Grünalge Chlamydomonas durch Licht ihre Haftung an Oberflächen schalten können. Auch für diesen Effekt sind Photorezeptoren verantwortlich, die durch das Team von Peter Hegemann in Zellstämmen gentechnisch gezielt ausgeschaltet werden und dann in Bayreuth untersucht werden. Daraus sind in den letzten Jahren bisher zwei gemeinsame Publikationen entstanden und weitere wissenschaftliche Studien sind aktuell in Arbeit.

Prof. Hegemann bei Gastvorlesung

Nobelpreisträger Prof. Peter Hegemann bei seinem Besuch im Sommersemester 2026

Im Zentrum der ausgezeichneten Forschung steht die Frage, wie Organismen Licht wahrnehmen und darauf reagieren. Hegemann und seine Mitstreiter konnten entscheidend dazu beitragen, die Mechanismen aufzuklären, mit denen Grünalgen Lichtsignale verarbeiten. Dabei identifizierten sie das Protein Kanalrhodopsin als zentralen Baustein. Dieses fungiert nicht nur als Lichtsensor, sondern gleichzeitig als Ionenkanal, der spezifische zelluläre Reaktionen auslöst. Die Entdeckung legte die Grundlage für die Optogenetik. Durch die Übertragung entsprechender genetischer Informationen in Nervenzellen lassen sich diese mithilfe von Licht gezielt aktivieren oder deaktivieren. Forschende können dadurch neuronale Prozesse deutlich präziser untersuchen als mit klassischen elektrischen Reizmethoden. Die Methode hat sich in den vergangenen Jahren zu einem unverzichtbaren Werkzeug der neurowissenschaftlichen Forschung entwickelt.

Die Nobelpreis-Auszeichnung unterstreicht damit nicht nur die Bedeutung grundlegender Forschung, sondern verweist zugleich auf wissenschaftliche Verbindungen, die bis heute an die Universität Bayreuth reichen. Sie zeigt, wie langfristige Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Austausch über Institutionsgrenzen hinweg den Fortschritt in den Lebenswissenschaften vorantreiben. Für Prof. Möglich ist das auch eine persönliche Freude: „Die Auszeichnung von Peter Hegemann würdigt eine Entdeckung, die durch Neugierde getrieben war und in der Grundlagenforschung zu verorten ist, deren immenser Wert und Bedeutung leider oft verkannt wird. Nachgelagert und zunächst nicht abzusehen hat diese Entdeckung dann unser Verständnis von Nervensystemen grundlegend verändert. Für mich persönlich ist es besonders erfreulich, dass Peter Hegemann meine Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn als Mentor begleitet hat und wir nun schon über viele Jahre wissenschaftlich mit ihm zusammenarbeiten durften.“

Dr. Stefan Fehm-Danoglidis

Dr. Stefan Fehm-Danoglidis

Pressesprecher, Hochschulkommunikation

Telefon: 0921 / 55-5300
E-Mail: stefan.fehm-danoglidis@uni-bayreuth.de

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