
Universität Bayreuth präsentiert Forschung zu Stechmücken auf der MS Wissenschaft
Die Universität Bayreuth ist 2026 Teil der großen schwimmenden Wissenschaftsausstellung auf der MS Wissenschaft, die am 7. Mai in Berlin startet und anschließend rund 35 Städte in Deutschland, Österreich und erstmals Polen ansteuert.
Die MS Wissenschaft läuft von Mai bis September insgesamt 35 Stationen in Deutschcland, Österreich und Polen an.
Unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ zeigt das Ausstellungsschiff, wie Forschung heute dazu beiträgt, Gesundheit neu zu denken. Die Universität Bayreuth ist mit einer eigenen Ausstellung vertreten – und widmet sich einem Thema, das exemplarisch für die Herausforderungen einer globalisierten Welt steht: Stechmücken als Krankheitsüberträger im Kontext von Klimawandel, Biodiversität und Planetary Health.
Das Bayreuther Exponat trägt den Titel „Mücken werden zur Gefahr – trotzdem erfüllen sie wertvolle ökologische Aufgaben“. Es zeigt, wie eng Umwelt, Tiere und Menschen miteinander verbunden sind – und wie sich diese Verflechtungen auf unsere Gesundheit auswirken. Die Ausstellung greift zentrale Ideen von "One Health" und "Planetary Health" auf: Beide Konzepte betonen, dass menschliche Gesundheit untrennbar mit intakten Ökosystemen, stabilen Klimabedingungen und nachhaltigem Wirtschaften verbunden ist.
Durch Klimawandel, Reisen und globalen Handel breiten sich invasive Arten wie die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) zunehmend in Europa aus. Sie kann Krankheitserreger wie Chikungunya-, Dengue- oder Zika-Viren übertragen. Gleichzeitig können heimische Arten wie die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) neuartige Erreger wie das West-Nil-Virus weitergeben.
Globale Veränderungen, lokale Auswirkungen
„Stechmücken sind ein idealer Zugang, um zu zeigen, wie Biodiversität, Klima und Gesundheit zusammenhängen“, sagt Dr. Stephanie Thomas, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Biogeografie und Koordinatorin des Elite-Masterprogramms Global Change Ecology und Dozentin im internationalen Masterprogramm Environment, Climate Change and Health, das von Professor Wilm Quentin betreut wird. „Sie machen sichtbar, wie globale Veränderungen lokale Auswirkungen haben – und warum wir Gesundheit immer im Zusammenspiel von Mensch, Tier und Umwelt betrachten müssen.“
Die Bayreuther Station kombiniert Wandgrafiken, Steckbriefe, 3D-Modelle und kurze Videosequenzen. Besucherinnen und Besucher erfahren unter anderem:
- welche Krankheiten verschiedene Arten übertragen können,
- wie der Klimawandel die Verbreitungsgebiete der Stechmücken und Krankheiten verschiebt,
- wie Forschende diese Verbreitungsmuster modellieren und Risiken einschätzen,
- warum Mücken trotz ihrer Risiken wichtige ökologische Funktionen erfüllen.
Das Foto zeigt eine Asiatische Tigermücke, die gerade aus der Puppe schlüpft.
Ein zentrales Element sind zwei Stechmücken-Steckbriefe, die typische Arten vorstellen:
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)
Verbreitung: weltweit; in Europa seit den 1990ern
Lebensraum: kleine Wasseransammlungen in Städten, beispielsweise Regentonnen oder Pflanzenuntersetzer
Übertragbare Viren: Chikungunya-, Dengue-, Zika-Virus und andere
Die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)
Verbreitung: nahezu weltweit, vor allem in Europa und Nordamerika
Lebensraum: nährstoffreiche Gewässer, Keller, Schächte
Übertragbare Viren: West-Nil-, Sindbis-, Rifttal-, Usutu-Virus
Forschung aus Bayreuth
Die Ausstellung basiert auf Arbeiten zweier Forschungseinheiten der Universität Bayreuth: Der Lehrstuhl für Biogeografie untersucht Veränderungen der Artenvielfalt, invasive Mückenarten und deren Krankheiten. Während der Lehrstuhl für Planetary & Public Health erforscht, wie Umwelt, Klima und Gesundheit zusammenhängen und wie Gesundheitssysteme resilienter werden. Stephanie Thomas ist seit über zehn Jahren in der Vektorökologie tätig und arbeitet in internationalen Projekten zu Biodiversität, Klimawandel und Gesundheit.
Ein Projekt mit großer Reichweite
Die Vorbereitungen für die Teilnahme an der Gemeinschaftsausstellung auf der MS Wissenschaft laufen seit November 2025. Der Aufbau erfolgt Ende April. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch Outreach-Mittel der Universität Bayreuth und eine zusätzliche Förderung durch den Universitätsverein Bayreuth und das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung. Als wissenschaftlicher Lotse begleitet Paul Birkner, Student des Masterprogramms Global Change Ecology, die Ausstellung An Bord. Stephanie Thomas wird punktuell an ausgewählten Haltestellen präsent sein.
Die MS Wissenschaft ist ein Projekt von Wissenschaft im Dialog (WiD) im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Ausstellung umfasst rund 30 interaktive Exponate, die Besucherinnen und Besucher ab 12 Jahren selbst ausprobieren können – von KI-gestützter Diagnostik bis zu virtuellen Operationssälen.
Öffnungszeiten: täglich 10–18.30 Uhr (für Schulklassen ab 9 Uhr) Führungen: täglich 17 Uhr, am Wochenende zusätzlich 11 Uhr.
Von 1. - 3. September liegt die MS Wissenschaft in Aschaffenburg, von 8. bis 11. September macht sie in Würzburg Station.
Den gesamten Tour-Plan gibt es hier: https://ms-wissenschaft.de/de/besuch/tour/
Weitere Informationen über das Projekt gibt es auf der Homepage https://ms-wissenschaft.de/de/

Dr. Stephanie Thomas
Telefon: 0921 / 55-2306
E-Mail: stephanie.thomas@uni-bayreuth.de
