Preis für gute Lehre für das Institut für Fränkische Landesgeschichte
Der „Preis für gute Lehre“, den das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst jährlich vergibt, geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Martin Ott, stellvertretend für das Institut für Fränkische Landesgeschichte (IFLG) der Universität Bayreuth.
PD Dr. Julia Eichenberg (ganz links) und Prof. Dr. Martin Ott (ganz rechts) mit Studierenden bei einer Exkursion in Nordirland.
Der Preis würdigt herausragende und innovative Lehrkonzepte an staatlichen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Technischen Hochschulen sowie Kunsthochschulen in Bayern. Insgesamt werden jährlich 20 Preise vergeben – zwölf an Universitäten, sechs an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und zwei an Kunsthochschulen. Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr ein Anerkennungspreis für vorbildliche Lehre von Lehrbeauftragten. Vorgeschlagen werden die Preisträgerinnen und Preisträger von ihren Heimathochschulen, Studierende sind an der Auswahl maßgeblich beteiligt.
Inhaltlich verbindet das Institut mehrere Profilbereiche: Public History, Historische Friedens- und Konfliktforschung, Europäische Geschichtskulturen sowie Landesgeschichte. Diese thematische Breite spiegelt sich auch in den Lehrformaten wider, die von den Studierenden in der Nominierung besonders hervorgehoben wurden. Gelobt wurde die besonders ausgeprägte Kooperation am Institut, außerdem die Vielfalt der Formate, die klassische Seminare mit praxisnahen Elementen kombinieren. Dazu gehört die Möglichkeit, eigene Ausstellungen zu konzipieren und umzusetzen – ein zentrales Element der Public History, das wissenschaftliche Arbeit mit Öffentlichkeit und Praxis verbindet.
Hervorgehoben wurden auch Exkursionen, etwa die 2025 durchgeführte Reise nach Irland und Nordirland zu Fragen von „Identity and Conflict“ – ein Gemeinschaftsprojekt von zwei Lehrenden am IFLG, bei dem PD Dr. Julia Eichenberg die Historische Friedens- und Konfliktforschung, Martin Ott die landesgeschichtlichen Perspektiven vertraten. Programmpunkte wie Besuche in Belfast und Derry als Hotspots des Nordirlandkonflikts ermöglichten es den Studierenden, Spuren historischer Konflikte vor Ort zu analysieren und die Wechselwirkungen von Geschichte, Erinnerung und Gegenwart kritisch zu reflektieren. Auch Studierende der Otto-Friedrich-Universität Bamberg waren mit dabei, schließlich verbindet ja das IFLG die beiden oberfränkischen Universitäten. Diese Exkursion hat die Studierenden ursprünglich zur Nominierung motiviert.
Gelehrt wird immer wieder auch an einem außergewöhnlichen Lernort: Schloss Thurnau. Die historische Umgebung ist dabei weit mehr als Kulisse – sie wird aktiv in die Lehre einbezogen und unterstützt die enge Verbindung von Forschung, Vermittlung und öffentlicher Geschichtsarbeit.
Wissenschaftsminister Markus Blume hob bei der Preisverleihung die Bedeutung der Lehre ausdrücklich hervor: „Mit unseren Lehrpreisen setzen wir ein klares Zeichen: Lehre steht gleichberechtigt neben der Forschung. Sie ist kein Beiwerk, sondern Fundament unseres Wissenschaftssystems. Wer Wissen teilt, vervielfacht es – und genau das zeichnen wir heute aus.“ Besonders freue ihn zudem, „dass wir in diesem Jahr erstmals einen eigenen Preis für Lehrbeauftragte vergeben können“, da diese eine tragende Säule des Wissenschaftssystems seien und wertvolle Praxiserfahrung in die Lehre einbrächten.
Prof. Dr. Martin Ott betonte bei der Preisverleihung den Teamgedanken am Institut. Er sieht den Preis als eine Anerkennung für die gemeinsame Arbeit des Teams am Institut für Fränkische Landesgeschichte – von der Konzeption der Lehre bis zur engagierten Betreuung der Studierenden.
Die Auszeichnung bestätigt den besonderen Ansatz des IFLG: Lehre wird hier als gemeinschaftlicher, forschungsnaher und zugleich praxisorientierter Prozess verstanden. Dass dieser Ansatz bei den Studierenden auf so große Resonanz stößt, zeigt, wie lebendig und innovativ Geschichtswissenschaft an der Universität Bayreuth gelehrt wird.

Theresa Hübner
Universität Bayreuth
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