Zum Start des Sommersemesters 2026 hat Julia Knapp den Lehrstuhl für Hydrologie an der Universität Bayreuth übernommen. Sie ist damit die Nachfolgerin von Prof. Dr. Stefan Peiffer, der noch bis Ende September den Lehrstuhl gemeinsam mit Knapp leiten wird. In Verbindung mit dem Sonderforschungsbereich (SFB) 1357 Mikroplastik will Knapp ihre interdisziplinäre und integrative Forschung an der Schnittstelle zwischen Flusswasser und Grundwasser – der sogenannten hyporheischen Zone – fortführen.

Knapps akademische Laufbahn führte sie von der Universität Tübingen, wo sie Umweltnaturwissenschaften und angewandte Geowissenschaften studierte und anschließend promovierte, über eine Post Doc Stelle an der ETH Zürich zur Durham University in England. Dort war sie als Assistant und Associate Professor tätig und baute eine eigene Forschungsgruppe auf. Unter anderem erforschte sie, wie Hochwasserereignisse im Nordosten Englands eingedämmt werden können und welche Relevanz Moore für den Wasser- und Kohlenstoffhaushalt in der Region haben. An der Uni Bayreuth will Knapp nun ihre Forschung auf der Ebene der Landschaftsskala ausbauen. „Im Bereich Wasser gibt es derzeit viele Probleme, beispielsweise in Bezug auf die Wasserqualität oder Hochwasserereignisse. Gleichzeitig haben Klimawandel und Landnutzungsänderungen großen Einfluss auf das Wasser. All diese Probleme verstehen wir nur, wenn wir das Wassersystem als integratives System betrachten: vom Grundwasser über den Boden hin zu den Oberflächengewässern. Deshalb möchte ich das quantitative Prozessverständnis hier in Bayreuth ausbauen und meine Forschung in das hervorragende interdisziplinäre Umfeld an der Uni Bayreuth einbetten“, sagt Knapp. Dabei ist Knapp eine Verbindung zwischen Laborarbeit und Feldforschung wichtig, um eine datenbasierte Interpretation zu ermöglichen.

Außerdem legt Knapp großen Wert auf die Lehre: „Der akademische Nachwuchs besteht aus den Leuten, die später genau diese angesprochenen Probleme in Angriff nehmen werden. Meine Aufgabe ist es, ihnen die passenden Werkzeuge zur Bearbeitung oder Lösung des Problems in die Hand zu geben. Deshalb ist mir eine enge Betreuung wichtig, die einerseits auf die Individualität eingeht und den Studierenden und Nachwuchsforschenden andererseits die Freiheit lässt, selbst Ideen und Ansätze zu entwickeln.“

Bewusste Entscheidung für die Uni Bayreuth

„Die Hydrologie sollte immer im Kontext anderer Systeme betrachtet werden“, sagt Knapp. Genau deshalb war die Entscheidung für die Uni Bayreuth eine bewusste: „Die Uni Bayreuth ist bekannt für ihre interdisziplinäre Forschung. Zudem bietet die Uni Bayreuth sehr gute experimentelle Möglichkeiten, beispielsweise durch die limnologische Station oder durch Kooperationen mit dem SFB Mikroplastik oder dem BAYCEER, in die meine Forschung eingebettet werden können.“

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Theresa HübnerStellv. Pressesprecherin

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