Batteriewissen für Bayerns Unternehmen
Ende September hat an der Universität Bayreuth die erste Runde des kostenfreien Zertifikatskurses WiNBat begonnen. Fachkräfte aus bayerischen Unternehmen erarbeiteten sich dort die Grundlagen der Batterietechnik – mit vielen aktiven Lernphasen statt reinem Frontalunterricht.

WiNBat steht für „Wissenstransfer und Weiterbildung im Bereich nachhaltiger Batterietechnik“ und bringt aktuelles Wissen aus der Forschung anwendungsorientiert in die Unternehmen. Projektpartner sind das Bayerische Zentrum für Batterietechnik (BayBatt), die Lehrstühle für Elektrische Energiesysteme und für Elektrochemie sowie das Zentrum für Hochschullehre (ZHL). Koordiniert wird das Projekt von Dr. Tilo Held, Koordinator für Wissenstransfer im Bereich nachhaltiger Batterietechnik am BayBatt.
An den drei Veranstaltungstagen Ende September kamen jeweils 15 bis 20 Teilnehmende nach Bayreuth. Sie arbeiten in Unternehmen in Bayern entlang der Batteriewertschöpfungskette und bringen einen natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Studienabschluss mit. Zum Auftakt lernten sie sich bei einem Netzwerktreffen kennen und erhielten bei einer Führung durch das BayBatt Einblick in die Bayreuther Batterieforschung.
Im Modul „Chemische Grundlagen zu Batterien“ führten Dr. Bianca Helm und Sebastian Puls vom Lehrstuhl für Physikalische Chemie VI – Elektrochemie von der Zellspannung über den Aufbau der Lithium-Ionen-Batterie bis zu den gängigen Zellchemien. Christian Plank vom Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme vermittelte im Modul „Grundlagen der Batterietechnik“ Zellformate, Kenngrößen wie C-Rate und Energiedichte sowie Ladeverfahren und sichere Betriebsfenster. Ziel beider Tage: Zellen fundiert bewerten, Datenblätter einordnen und mit Lieferanten und Kunden auf Augenhöhe sprechen können.
Besonders ist das didaktische Konzept, das gemeinsam mit Hanna Müller und Dr. Anja Hager vom ZHL entwickelt wurde. Kurze fachliche Impulse wechseln sich mit Übungen ab, in denen die Teilnehmenden selbst aktiv werden: In einem Bauteil-Puzzle setzten sie eine Batteriezelle selbst zusammen, in Entscheidungsszenarien wählten sie passende Materialien für unterschiedliche Anwendungen, und in Zellsimulationen sahen sie sofort, wie sich Temperatur oder Laderate auf Leistung und Risiken auswirken. Ein digitales Selbststudium ergänzt die Präsenztage.

Ende Oktober folgen die Vertiefungsmodule „Neue Technologien“, „Batteriesystemtechnik“ und „Produktion und Wertschöpfung“, von denen mindestens zwei absolviert werden müssen, um das Abschlusszertifikat zu erhalten. Ein Netzwerktreffen im November schließt die erste Runde ab. In den Jahren 2027 und 2028 folgen zwei weitere Durchläufe der Veranstaltungsreihe, bei denen das Weiterbildungsangebot durch zusätzliche, neu entwickelte Module erweitert wird. Termine und Informationen gibt es auf der WiNBat-Website.
WiNBat wird gefördert vom Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) im Programm STEP 2 und vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.


Theresa Hübner
Universität Bayreuth
Tel.: +49 (0) 921 / 55 - 5357
Mail: theresa.huebner@uni-bayreuth.de
