Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft für die Wehrfähigkeit
Auf Schloss Thurnau trafen sich am 1. Juli 2026 Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Veranstaltungsreihe „Wissen schafft Wirtschaft“, um über aktuelle geo- und sicherheitspolitische Herausforderungen zu diskutieren. Im Fokus standen dabei die Auswirkungen der weltpolitischen Lage auf oberfränkische Unternehmen sowie die Bedeutung der Zusammenarbeit von Forschung, Industrie und Bundeswehr.
Im Schloss Thurnau haben nicht nur das Forschungsinstitut Musiktheater und das Institut für Bayerische Landesgeschichte der Universität Bayreuth ihre Heimat, sondern auch das Kutschenhaus, das einen schönen Rahmen für spannende Veranstaltungen bietet. So auch für die Veranstaltung „Wissen schafft Wirtschaft“ von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bezirksgruppe Oberfranken, gemeinsam mit der Universität Bayreuth und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof, die seit 2019 durchgeführt wird.
In diesem Jahr drehte sich die Veranstaltung um die aktuelle geo- und sicherheitspolitische Weltlage und einem damit mehr als aktuellem Thema. Oberfränkische Unternehmen stehen dabei vor der Aufgabe, ihre Geschäftsmodelle und Strategien an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen und damit wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Der Bayreuther Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Leible betonte bei seiner Begrüßung, dass sich auch Universitäten für die Sicherheitsforschung öffnen und ein offener Diskurs stattfinden muss.




Generalmajor Jörg See, Kommandeur der 10. Panzerdivision der Bundeswehr und zuständig für die multi-nationalen Brigade Litauen und damit der Sicherung der NATO-Ostflanke, sprach im Rahmen der Veranstaltung über die Arbeit als Truppenführer und die aktuelle Zusammenarbeit mit politischen Partnern. Als Gruppenführer geht es ihm dabei nicht primär um die Lieferketten der Bundeswehr, sondern er analysiere, wie schlagkräftig die politischen Gegner aktuell sind und was in Zukunft auf seine Truppe zukomme.
Als Keynote-Speaker war Michael Sporer, Senior Vice President Protection Systems, Diehl Defence GmbH & Co. KG, vor Ort. Er stellte seinen Vortrag unter den Titel „Wir wollen neue Technologien schnell zur Einsatzreife bringen – dazu braucht es die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie Hand in Hand“. Dabei sprach er über den aktuellen Bedarf an Forschung und Mitarbeitenden sowie über die Regulierungen, denen ein Wirtschaftsunternehmen wie Diehl unterliegen. Hier betonte er die notwendige Geschwindigkeit und ein verändertes Mindset, um wettbewerbsfähig zu sein.
Stephanie Lingemann, Vice President Air, Helsing GmbH hielt die zweite Keynote und sprach dabei über bedrohliche Veränderungen in der Welt und darüber, dass Europa mehr selbst tun muss für die Verteidigung. Dabei betonte sie sowohl die immer wichtiger werdende Resilienz Europas als auch den Bedeutungsgewinn der unbemannten Verteidigungssysteme und die Herausforderungen von Software-Abhängigkeiten.



Beispiele aus der universitären Praxis wurden im Anschluss von Prof. Dr. Stefan Schafföner, Lehrstuhl Keramische Werkstoffe, Universität Bayreuth, Prof. Dr. Richard Göbel, Forschungsgruppe Multimediale Informationssysteme am Institut für Informationssysteme, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof, Martin Büchs, Geschäftsführer, Jopp Holding GmbH, Bad Neustadt und Mario Michel, Geschäftsführer, M.A.i GmbH & Co. KG, Kronach – Neuses gegeben. Dabei wurde deutlich, dass es noch einige Herausforderungen zu bewältigen gilt, gleichzeitig die oberfränkische Wirtschaft auf eine jahrzehntelange Erfahrung in Transformationsprozessen zurückgreifen kann.
Die Veranstaltung war mit über 100 Gästen sehr gut besucht und ermöglichte den Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft in Oberfranken einen Nachmittag des aktiven Austausches und des Vernetzens.





Dr. Nico Schmidtner
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