AI Day 2026 war voller Erfolg
Der AI Day 2026 an der Universität Bayreuth widmete sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt werden kann. Unter der Moderation von Lisa-Marie Schmidt diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen der Technologie.

Zum Auftakt betonten Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Silke Launert und Fabian Mehring, Bayerischer Staatsminister für Digitales, die Bedeutung eines aktiven und verantwortungsvollen Umgangs mit KI. Leible hob hervor, dass die Zukunft der Künstlichen Intelligenz nicht nur verstanden, sondern mitgestaltet werden müsse. Die Universität Bayreuth wolle dafür einen Raum für Vernetzung, Wissenschaft, Transfer und Dialog schaffen. Mit Initiativen wie dem Research Center for AI in Science & Society (RAIS2) und dem AI Responsibility Centre (ARC) zeige sich, wie vielfältig KI bereits an der Universität erforscht und in unterschiedliche Fachgebiete eingebunden wird.



In seiner Keynote „The Meat Proxy und die Rolle von KI-Erklärungen“ ging Prof. Dr. Niklas Kühl der Frage nach, wie Menschen die Ergebnisse von KI-Systemen bewerten können. Im Mittelpunkt stand Explainable AI (XAI), also die nachvollziehbare Erklärung von Entscheidungen und Ergebnissen. Kühl machte deutlich, dass Erklärungen allein nicht ausreichen: Es brauche Expertise, um beurteilen zu können, ob die Begründungen eines Systems tatsächlich schlüssig sind.
Die praktische Anwendung von KI stand im Fokus der Keynotes von Lisa Precht, Head of AI bei IBM DACH, sowie Martin Braun von der Neuro Forge GmbH. Precht verwies auf Herausforderungen bei der Einführung von KI in Unternehmen, etwa durch gewachsene Datenstrukturen oder Insellösungen. Die eigentliche Aufgabe sei jedoch, die Kontrolle über KI-Systeme langfristig sicherzustellen. Braun zeigte anhand praktischer Beispiele, dass nicht jede denkbare Anwendung sinnvoll ist. Entscheidend sei der konkrete Nutzen und die Möglichkeit, Ergebnisse nachvollziehbar zu überprüfen.
Neben den Vorträgen bot der AI Day zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch. In Workshops und einer Podiumsdiskussion wurden unterschiedliche Perspektiven auf den Einsatz und die gesellschaftliche Bedeutung von KI diskutiert. Das Interesse war groß: Mit 270 Anmeldungen war die Veranstaltung vollständig ausgelastet.
Auch im Foyer des RW-Gebäudes präsentierten Forschende und Unternehmen aktuelle Projekte und Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz. Die Ausstellung machte deutlich, wie breit das Thema inzwischen in Forschung, Transfer und Praxis verankert ist.
Für Niklas Kühl war insbesondere der Austausch über die Grenzen der Universität hinaus ein Erfolg. „Wissenschaft und Wirtschaft könnten gleichermaßen von einer Öffnung der KI-Kompetenzen profitieren“, sagte er. Der AI Day 2026 zeigte damit, dass die Gestaltung von Künstlicher Intelligenz nur im Zusammenspiel von Forschung, Unternehmen, Politik und Gesellschaft gelingen kann.













Domenique Zipperling
Geschäftsführer RAIS2
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und humanzentrische Künstliche Intelligenz
E-Mail: rais2@uni-bayreuth.de

Jennifer Opel
Tel: +49 (0)921-55 5893
E-Mail: jennifer.opel@uni-bayreuth.de
