„KlimaTeller“ in den oberfränkischen Hochschulmensen
Einer immer größeren Anzahl an Menschen ist es ein Anliegen zu wissen, was man isst, wo es herkommt und wie umweltverträglich die eigene Mahlzeit ist. Um den Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Bayreuth einen schnellen und einfachen Überblick über genau diese Dinge zu ermöglichen, führte die Mensa des Studierendenwerks Oberfranken (SWO) bis Herbst 2025 das Projekt „Transparente Mensa“. Das Projekt ist in die bundesweite Initiative „KlimaTeller in der Mensa“ eingebunden, welches im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wurde.
In vielen Menschen regt sich der Wunsch gesünder sowie nachhaltiger zu essen. Ein Wunsch, der oft schwer umzusetzen ist, gerade wenn nicht selbst gekocht und eingekauft wird – schließlich kann man dem Essen nicht ansehen, ob es weite Transportstrecken zurückgelegt hat oder auf dem oberfränkischen Acker gepflückt wurde. Um die Hürden für eine bewusste Ernährung zu senken und um mehr Sensibilisierung für das Thema Ernährung zu schaffen, hat das Studierendenwerk Oberfranken u.a. in der Mensa Bayreuth ab Ende September mit dem Projekt „Transparente Mensa“ begonnen. Das Kernstück dieses Projektes ist die Angabe der verursachten CO2-Emission je Gericht, direkt neben der Beschreibung zu den verwendeten Lebensmitteln, Inhalts- und Nährstoffen.
Andreas Voigt, Leiter der Verpflegungsbetriebe des Studierendenwerks Oberfrankens, hebt dabei die besondere Bedeutung des „KlimaTellers“ für das SWO hervor: „Das Bewusstsein für Ernährung und den damit in Zusammenhang stehenden ökologischen Fußabdruck, ist in den letzten Jahren im Bereich der Hochschulgastronomie immer mehr gewachsen. Aus diesem Grund ist es dem SWO wichtig, unsere Gäste in den Mensen bestmöglich zu informieren und ein hohes Maß an Transparenz in unseren Speiseplänen zu ermöglichen.“
Die
Daten für das Projekt stammen aus der Datenbank des Kooperationspartners
Eaternity und sind nach wissenschaftlichen Kriterien überprüft. Diese Datenbank
wurde im Rahmen der Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Klimaschutz „KlimaTeller in der Mensa” erstellt und beinhaltet gesamtheitliche
Daten aus der Landwirtschaft, der Logistik, der Industrie und dem öffentlichen
Dienst. Teil der „KlimaTeller“-Initiative ist es auch, jeden Tag ein besonders
gesundes und nachhaltiges Gericht auszuzeichnen. „Ein Gericht wird mit dem
KlimaTeller ausgezeichnet, wenn es mindestens 50 % weniger CO2-Emissionen
verursacht als ein vergleichbares Gericht. Dabei werden die CO2-Emissionen
aller Zutaten auf dem Teller berücksichtigt, die bei ihrer Herstellung vom
Acker bis in die Küche entstehen“, heißt es auf der Projektwebsite.
Die Mensen des SWO werden deshalb fortan beinahe jeden Tag einen Klimateller auszeichnen und auf der Anzeigetafel mit einem blauen „KlimaTeller“-Logo versehen. Darüber hinaus wird eine wissenschaftliche Begleitung zur Wirkung des Projektes zusammen mit der Fakultät für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit des Campus Kulmbach angebahnt.
Die besondere Bedeutung bei Nachhaltigkeit in der Ernährung ergibt sich bei einem Blick auf die Zahlen. Je nach Berechnungsmethode entfallen zwischen 15 % (nur direkte Emissionen) und bis zu 38 % (inkl. z.B. Transport und Ackerbau) der weltweiten Emissionen auf die Ernährung. Etliche besonders CO2-intensive Gerichte haben zudem auch gesundheitsschädliche Effekte, wenn sie im Übermaß konsumiert werden. Das nachhaltigere Essen ist in den allermeisten Fällen auch das gesündere – diese Synergie sollte genutzt werden. Gerade in Großkantinen, in denen die Hälfte aller Mahlzeiten in Deutschland eingenommen wird, bietet sich eine einmalige Gelegenheit, Maßnahmen mit hoher Wirksamkeit und viel Reichweite umzusetzen – so wie es die Mensa in Bayreuth nun getan hat.

