Gesucht: Der Mensa-Champion
Puya Shaghafi (Bildmitte, mit Kamera) und ein Teil seines Studierenden-Team im Medienlabor des Forschungszentrums Afrika, in dem am 31. Januar die erste Gameshow der Universität Bayreuth aufgezeichnet wird. Gesucht wird der "Mensa-Champion".
Wie sieht eine Abschlussarbeit aus, die nicht nur benotet, sondern live aufgezeichnet, vermutlich bejubelt und später auf YouTube zu sehen sein wird? Für Puya Shaghafi (22), der im 5. Semester Medienwissenschaft an der Universität Bayreuth (Bachelor) studiert, lautet die Antwort: als eigene Gameshow!
Mit „Wer wird Mensa-Champion?“ entwickelt Shaghafi im Rahmen seines Bachelor-Studiums die erste Gameshow der Universität Bayreuth – ein ambitioniertes Projekt, das Theorie, Kreativität und professionelle Medienproduktion miteinander verbindet. Seit Oktober arbeitet er gemeinsam mit einem engagierten studentischen Team an Konzept, Technik, Organisation und Umsetzung. Am 31. Januar wird die Show nun im brandneuen Medienzentrum des Forschungszentrums Afrika (FZA) live aufgezeichnet.
Lernen unter Realbedingungen
Betreut wird das Projekt von Paul Hadwiger, Akademischer Rat in der Medienwissenschaft und Leiter des Medienlabors. Für Puya Shaghafi ist vor allem eines entscheidend: die Arbeitsbedingungen an der Universität Bayreuth. „Da wurde echt Pionierarbeit geleistet. So eine Einrichtung ist in der bundesdeutschen Universitätsszene einmalig. Das sollte man auch mal lobend herausstellen.“
Tatsächlich nutzt das Team nahezu die gesamte Bandbreite dessen, was moderne Medienarbeit ausmacht: Studiotechnik, Kameras, Licht, Ton, Regie, Redaktion – und nicht zuletzt Organisation, Kommunikation und Teamkoordination. Zum Kernteam gehören: Julian Lindner (Konzept), Mirco Hanraths (Aufnahmeleitung/Produktion), Kristina Pinzer (Kamera), Ole Klevenz (Ton), Zeynep Salman (Casting), Xinyi Ren (Licht), Melanie Koch (Schnitt) sowie Jonathan Hengstermann (Technik)
Von der Idee bis zum funktionierenden Buzzer
Was auf dem Bildschirm scheinbar leichtfüßig wirkt, war hinter den Kulissen echte Knochenarbeit. „Von einem funktionierenden Buzzer-System über die Sponsorensuche bis hin zum Umgang mit Kameras, Studiotechnik und der gesamten Organisation – das war und ist ein dickes Brett“, sagt der 22-Jährige. Bemerkenswert dabei: Die Studierenden haben ihr Projekt extrem sparsam und ressourcenschonend umgesetzt – ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie viel sich mit Kreativität, Planung und Teamgeist auch mit sehr begrenzten Mitteln realisieren lässt.
Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie spannend, vielfältig und sinnstiftend es sein kann, sich intensiv mit neuen Spielarten der Wissenschafts- und Wissenskommunikation auseinanderzusetzen. Die Gameshow wird so zu einem Experimentierfeld, in dem Wissen, Campusleben und Unterhaltung auf zeitgemäße Weise zusammenfinden.
Eine Gameshow mit echtem Campus-Charakter
In der rund zweistündigen Show werden vier Studierende in mehreren Spielrunden gegeneinander antreten. Gefragt sind dabei nicht etwa Ellenbogen, sondern Augenzwinkern und viel Wissen mit Bezug zum Uni- und Mensa-Alltag. Bei den Aufgaben sind ferner Geschick und Humor gefragt. Auch das Live-Publikum wird aktiv eingebunden, während ein Musik-Act zwischen den Runden für Atmosphäre sorgt.
Ein besonderer Höhepunkt wartet im Finale: Den Studierenden ist es gelungen, eine echte Campus-Ikone für ihr Projekt zu gewinnen. Dieter Wolf, der langjährige Leiter der Mensa, der im Mai 2024 nach fast 15 Jahren verabschiedet wurde und für viele als legendäre Persönlichkeit galt, tritt dort persönlich auf. Damit erhält die Show nicht nur zusätzlichen Charme, sondern auch eine emotionale Verbindung zur Bayreuther Campus-Geschichte.
Feedback aus der TV-Praxis
Kurz nach der Weihnachtspause stellte das Team das Quiz-Konzept Simon Kick, Produzent bei der Bavaria Entertainment GmbH, vor. Kennengelernt hatten sich beide zuvor während eines Praktikums. Des Profis Feedback – Kick stammt aus Bayreuth, hat selbst auch an der Uni Bayreuth studiert und ist heute Redaktionsleiter bei der Produktion „Die beste Klasse Deutschlands“– sei sehr konstruktiv gewesen, sagt Puya Shaghafi: „Er meinte am Ende noch, dass ich ihn in vielem an ihn selbst erinnert habe.“ Denn 2014 habe auch Kück seinerzeit Neuland betreten, als er seinen Abschluss als Late-Night-Show zelebrierte. Für das studentische Team jedenfalls war dieses Gespräch eine spannende Bewährungsprobe – und eine seltene Gelegenheit, ein selbst entwickeltes Format aus professioneller Perspektive reflektieren zu lassen.
Jetzt mitmachen – vor oder hinter der Kamera
Am Abend der Aufzeichnung können bis zu 60 Zuschauerinnen und Zuschauer live im Studio dabei sein. Für Snacks und Getränke ist gesorgt – für Stimmung hoffentlich auch. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch erwünscht. Und wer nicht nur zuschauen, sondern selbst teilnehmen möchte, kann sich auch noch als Kandidatin oder Kandidat bewerben – und zwar über die Internetseite: https://mensachampion.vercel.app/.
Die reine Aufzeichnungszeit der Show beträgt etwa 90 bis 120 Minuten, zuzüglich Pausen. Rund zwei Wochen später soll die fertige Show auf YouTube veröffentlicht werden.
„Wer wird Mensa-Champion?“ zeigt eindrucksvoll, wie praxisnah, kreativ und gesellschaftlich relevant ein Studium an der Universität Bayreuth sein kann – und macht Lust darauf, selbst Teil solcher Projekte zu werden. Die Chance dazu besteht, denn die Macher haben vor allem eines: Dass das Projekt „Mensa-Champion“ nicht etwa als Eintagsfliege verkommt, sondern zur Dauereinrichtung wird. „Das“, sagt Puya Shaghafi, „ist tatsächlich mein größter Wunsch.“ Und seine Art und Weise, um Bayreuth und der Uni für ein paar tolle Jahre zu danken, in denen er vieles ausprobieren durfte.
Mitmachen lohnt sich also. Bewerben erst recht.
