Was macht eigentlich… eine Professorin für die Biochemie der Ernährung?
Was konkret erforschen Sie an der neuen Fakultät in Kulmbach?
Wir wollen herausfinden, wie bestimmte Nahrungsbestandteile (z.B. Fettsäuren, Cholesterin, Fruchtzucker) auf unseren Stoffwechsel im Körper wirken und warum manche Kombinationen gesundheitsschädlich sein können. Wir fragen auch: Wie wirken „bioaktive“ Nahrungsbestandteile auf unseren Stoffwechsel und können zum Beispiel Zellen des Immunsystems verstärkt aktivieren oder deren Aktivierung reduzieren? Wir untersuchen, welche molekularen Mechanismen dahinterstehen, wenn wir bei fett- und zuckerhaltiger Ernährungsweise ein höheres Risiko zu Erkrankungen wie Fettleber oder Typ-2-Diabetes haben. Und natürlich versuchen wir, herauszufinden, wie wir dem entgegenwirken können.
Worin sehen Sie den potenziellen Nutzen dieser Forschung?
Ich denke, das liegt angesichts aktueller Statistiken auf der Hand: Fast 40% der Bevölkerung in Deutschland sind übergewichtig und erhöhen somit ihr individuelles Risiko, an Folgeerkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und auch bestimmten Tumorerkrankungen zu leiden. Unser Lebensstil – also ganz maßgeblich auch unsere Ernährungsweise - ist eine der Hauptursache für diese Entwicklung. Das Hauptforschungsziel unserer Grundlagenforschung ist es, mechanistische Erkenntnisse zu entwickeln, um den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit besser zu verstehen.
Kooperieren Sie dabei mit Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen in der Region? Mit welchen und wie?
Es ist einiges geplant, es gab schon „Kennenlernveranstaltungen“ mit dem MUPÄZ im Mönchshof und mit der Firma RAPS, auch der Kontakt zum Max-Rubner-Institut und dem KErn ist schon hergestellt; konkrete gemeinsame Projekte werden in nächster Zeit definiert und bearbeitet werden. Aber wir gehen auch in die Schulen: So haben wir bereits in der Oberstufe des Caspar-Vischer-Gymnasiums gesprochen und haben weitere Anfragen erhalten, Workshops zum Thema Ernährung zu geben. Außerdem planen wir öffentliche Veranstaltungen in Kulmbach, in denen wir Interessierten aus der Region Einblicke in unsere Forschungsbereiche geben.
Mehr unter diesem Link: https://www.nutritional-biochemistry.uni-bayreuth.de/en/index.html
Zur Person
Hintergrund: Biochemie der Ernährung
Die Zusammensetzung unserer Nahrung und unsere Ernährungsmuster wie omnivore, vegetarische oder vegane Ernährung beeinflussen nicht nur die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit und den Gesundheitszustand, sondern auch unser individuelles Verhalten und Wohlbefinden. Darüber hinaus stellt unsere Ernährung eine zentrale Komponente in der Regulation des Intermediär- und Energiestoffwechsels dar, weil die Bestandteile der Nahrung nahezu an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind. Der Lehrstuhl für Biochemie der Ernährung beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen, wie Nahrungsbestandteile wie gesättigte und ungesättigte Fettsäuren sowie Cholesterol den Insulin-abhängig regulierten Glucose- und Lipidstoffwechsel in verschiedenen Zelltypen beeinflussen können. Das Hauptforschungsziel ist es, mechanistische Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit zu entwickeln.
Prof. Dr. Janin Henkel-Oberländer
Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit
Campus in Kulmbach
Universität Bayreuth
Fritz-Hornschuch-Straße 13
95326 Kulmbach
Telefon: +49 (0) 9221 / 407-1108
E-Mail: janin.henkel-oberlaender@uni-bayreuth.de
https://www.biochemie-ernaehrung.uni-bayreuth.de/
