Sprachenvielfalt mit Profil: Sprachenzentrum der Universität Bayreuth öffnet Türen
Mehr als 20 Sprachen, rund 230 Lehrveranstaltungen pro Semester und etwa 3.500 Teilnehmende: Das Sprachenzentrum der Universität Bayreuth ist eine der größten zentralen Einrichtungen dieser Art in Nordbayern – und zugleich eine der innovativsten.
Unter der Leitung von Robert Wolf verbindet das Zentrum sprachliche Breite mit eigens entwickelten Lehrkonzepten und einem außergewöhnlich hohen Qualitätsanspruch.
Als zentrale Einrichtung ist das Sprachenzentrum keiner einzelnen Fakultät zugeordnet. Das schafft Flexibilität – und ermöglicht es, gezielt auf die Bedürfnisse der Studierenden zu reagieren. „Wir sind ein mittelgroßes Sprachenzentrum an einer mittelgroßen Universität. Diese Konstellation erlaubt uns, sowohl Vielfalt als auch Qualität sicherzustellen“, erklärt Wolf (35). Der Sprachwissenschaftler ist seit Ende 2022 Leiter des Sprachenzentrums der Universität Bayreuth. Zuvor war er an mehreren Universitäten in unterschiedlichen Bundesländern tätig und bringt breite Erfahrung aus insgesamt vier Sprachenzentren mit.
Das Angebot reicht von klassischen europäischen Sprachen über asiatische und afrikanische Sprachen bis hin zu Deutsch als Fremdsprache (DaF). Gerade hier ist der Bedarf in den vergangenen Jahren stark gestiegen – nicht zuletzt aufgrund der gewollten Internationalisierung der Universität: Innerhalb von zwei Jahren wuchs die Zahl der Teilnehmenden von rund 400 auf etwa 800 pro Semester.
Selbstentwickelte Kursprogramme als Antwort auf Personalmangel
Um diese Nachfrage zu bewältigen, hat das Sprachenzentrum ein eigenes, inzwischen bayernweit beachtetes Lehrkonzept entwickelt. Fortgeschrittene Lehramtsstudierende unterrichten Anfängerkurse in Deutsch als Fremdsprache – begleitet von einem engmaschigen Qualitäts- und Betreuungssystem mit Hospitationen, standardisierten Prüfungen und umfangreichen Materialien. Der Erfolg gibt dem Modell recht: Alle Studierenden, die Deutsch lernen wollten, erhielten zuletzt einen Kursplatz. Das Konzept wurde inzwischen von der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) übernommen und weiterfinanziert.
Besonderes Highlight: Deutsche Gebärdensprache
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist das Angebot Deutsche Gebärdensprache (DGS). Unterrichtet wird sie von einem gehörlosen Dozenten Florian Kufner eine Seltenheit an deutschen Hochschulen. Die Nachfrage ist enorm: Neben Japanisch gehört DGS zu den am schnellsten ausgebuchten Kursen, teils innerhalb weniger Sekunden. Der Unterricht funktioniert von Beginn an ohne gesprochene Sprache. Mimik, Gestik und visuelle Hilfsmittel stehen im Mittelpunkt. „Die Studierenden erleben Sprache hier völlig neu – als eigenständiges, vollwertiges System“, so Wolf. Angeboten werden derzeit zwei aufeinander aufbauende Semesterkurse mit Prüfungsleistung und ECTS-Punkten.
Nicht nur Studierende profitieren vom Angebot: Auch Universitätsangehörige und externe Gasthörer mit Hochschulzugangsberechtigung können Sprachkurse belegen, sofern Plätze frei sind. Die Zahl dieser Teilnehmenden ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, insbesondere in Englisch- und Deutschkursen.
Das Sprachenzentrum Im Internet: https://www.sz.uni-bayreuth.de/

